Animelyse: Tokyo Magnitude 8.0

Story:

... äh... die solltet ihr kennen <.< Sorry, das ist keine Review für Leute die das noch nicht kennen, das ist eher was für Leute DIE DIE SERIE SCHON GESEHEN HABEN ^^ Ich Spoiler hier also wer es noch nicht gesehen hat und es sich nicht verderben will: Schaut es, kommt wieder und dann sagt was ihr davon haltet ^^

 

Also nochmal...

Ich denke wir alle könnten darüber streiten wieso manche Serien gemocht werden und manche nicht. Der eine mag jenes, der andere was anderes, doch selbst wenn man bestimmte Sachen nicht mag oder gerne sieht, so kann ich für mich zumindest oft begreifen WIESO manche Serien beliebt sind, z.B. Sachen wie Adventure Time oder My Little Pony die eine treue Fanbase haben.


Ich selber bin kein Fan dieser Serien aber ich hatte mir einige Folgen angesehen und ja, auch wenn man die Thematik, den Stil oder den Anspruch nicht mag, so haben diese Serien etwas das sie auszeichnet: Sie sind gut geschrieben. Vielleicht nicht brilliant oder immens geistreich aber meiner Meinung nach haben die Macher dieser Serie sich immer etwas dabei gedacht, sie haben ihr Herzblut in diese Serien gesteckt und man sieht einfach auch die Mühe die in die Geschichten und die jeweiligen Universen mit einhergehen und das das bei weitem keine simplen Serien ausschließlich für Kinder sind.  Was das alles mit Tokyo Magnitude 8.0 zu tun hat? Simpel, der Anime ist ein Beispiel wenn eine Serie NICHT GUT geschrieben ist.

 

Es ist Arschloch-Day, und wir sind dabei >:D

Der Anime handelt von einem Erdbeben in Tokyo, so weit so klar. Man erlebt das aus der Sicht der Heldin und ich für meinen Teil war nach einigen Episoden schon ermüdet: Wieso ist Tokyo voller Arschlöcher?

In 11 Episoden wird Mirai glaube ich vier mal grob angerempelt (und natürlich sagen die Leute "PASS DOCH AUF DU DUMMES STÜCK SCHEIßE" statt sich wie halbwegs normale Menschen zu entschuldigen -.-), sie bekommt ein Eis ans Hemd geschmiert, einen Tritt auf den nackten Fuß UND HEIßE Suppe auf den Oberschenkel, und all das wie gesagt ohne echte Entschuldigungen oder manchmal sogar noch mit dummen Sprüchen. Wäre das innerhalb der Serie ZWEIMAL passiert fänd ich das schon albern, doch fünf bis sechs mal in 11 Episoden, ernsthaft Anime? Selbstverständlich gehen auch 100 Menschen an einer Frau mit eingeklemmten Kinderwagen vorbei (NACH EINEM ERDBEBEN) nur damit der einzig sympatische Charakter ihr hilft. Klar gibts MAL 1-2 nette Helfer doch allgemein war mir dieses gleichgültige und unsoziale Verhalten der Menschen einfach zu dumm. Vielleicht war der Gedanke das das "realistisch" sein soll der Hintergrund, aber ich bilde mir immer ein bei Katastrophen würde man doch eher mal einem Menschen helfen als im Normalfall.

 

Wie erwähnt, ich finde Tokyo Magnitude 8.0 ist nicht gut geschrieben, teilweise sogar plump. Ein Erdbeben in der Stadt? Was können wir da für Geschichten erzählen? Wie Mirai sich wegen ihres Wunsches schuldig fühlt oder dramatische Nebengeschichten ums Überleben? Hmmmm..... oder wir machen ne halbe Folge darüber das die Heldin nicht zum kacken kommt. Yay?!

Oder die eine Episode um den Roboter-Nerd! Die Helden begegnen dem Jungen nicht einmal, nicht zweimal, sie begegnem dem Jungen innerhalb kürzester Zeit ZUFÄLLIG DREIMAL in dem Stadtgebiet! Wollt ihr mich verarschen, wie unrealitisch und schluderig geschrieben ist das denn?

 

Kleine Lichtblicke

Ich war sehr überrascht wie gut bewertet die Serie aktuell in den viralen Netzwerken ist. Klar gibt es auch wirkliche "Echtzeit-Momente" wie z.B. als mal eben der Tokyo Tower einstürzt, das ist schon ziemlich verstörend.

Privat denke ich die Zuschauer vergessen die Toiletten-Geschichten, die mühseligen "Wo ist Person XY abgeblieben?"-Suchaktionen und die mäßig spannenden Ideen darum das mal wieder einer der Protagonisten Fieber hat etc. und erinnern sich schlicht an die letzten zwei Episoden die wohl wirklich ohne große Debatten verflucht dramatisch und packend sind. Das Yuki tot war begriff ich auch erst als er dann in der vorletzten Episode dauernd "gerade weg" war und ich war froh das die Serie immerhin nicht auf ein plumpes Happy End hinauslief, sondern die "Eier" hatte doch das Thema Tod anzuschneiden. Es war dank der Handy-Botschaft ein wenig arg kitschig aber immerhin war es doch nachvollziehbar wie sich die restliche Familie fühlte und sich natürlich (und ungerechtfertigt) die Schuld gab.

 

Ich selber fand die Geschichte um Mari und die Suche nach ihrer kleinen Tochter in den letzten Folgen aber noch viel spannender als Yukis Tod. Als Mari zu ihrem Haus heimkehrt, die verbrannten Ruinen sieht und das angekokelte Dreirad ihrer Tochter... also sorry, ich selber könnte mir keine bessere Definition von "HÖLLE" vorstellen: Du hast eine böse Vorahnung über deine Familie und sieht das verbrannte Eigentum deines Kindes, und die Ungewissheit und die Angst gleich ihre verkokelten Überreste zu finden. Das war ein Moment der mich wirklich mitgenommen hat und dem ich dem Charakter absolut nachempfinden konnte, NIEMAND sollte so etwas durchleben, schon gar keine Mutter.

Das sie dann zwei vermeindliche Leichen findet die zufällig fast so aussehen wie ihre Tochter und Mutter? Ja, das war irgendwie ein wenig zu abwegig, aber hier hat Tokyo Magnitude 8.0 es auch ein wenig verpasst dann noch mehr Emotionen im Wiedersehen der Figuren zu zeigen, alles wirkte dann so "Ah schön ihr seid am Leben"-seicht und schlicht statt wirklich den Stein vom Herzen fallen zu hören wie es eigentlich sein sollte.

 

Fazit

Verrückt aber ich behaupte mal das die Serie zu lang ist. 11 Episoden sind eigentlich sehr überschaubar und es ist oft mühsam für Serien alles in so wenig Folgen unterzubringen, doch hier? Hier passiert ganz einfach viel zu wenig, viel zu banales und ich hatte abseits der letzten 2-3 Folgen nie wirkliche Spannung und Dramatik empfunden. Ich habe dem Anime zugestanden das er in der ersten Episode noch alles aufbaut, doch man hätte mindestens die Hälfte aller Folgen streichen können oder einfach einen Film daraus machen können und der Plott wäre weitaus "griffiger" gewesen. So sah ich Dramas ein Klo zu finden oder einen Roboter Nerd der seine Liebe zu Rettugsmaschinen erklärte. Nicht wirklich weltbewegend.

 

Euer Senf zur Serie? 

 

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