Animelyse: Steins;Gate

Story:

... äh... die solltet ihr kennen <.< Sorry, das ist keine Review für Leute die das noch nicht kennen, das ist eher was für Leute DIE DIE SERIE SCHON GESEHEN HABEN ^^ Ich Spoiler hier also wer es noch nicht gesehen hat und es sich nicht verderben will: Schaut es, kommt wieder und dann sagt was ihr davon haltet ^^

 

Also nochmal...

Wie so oft hatte ich mich nicht vorher über Steins;Gate informiert und insgesamt muss ich klar sagen: Meh <.< Ich meine der Anime ist stellenweise echt gut, in manchen Momenten sogar großartig aber manche Sachen... uff, da raufe ich mir die Haare >.< Allen vorran muss ich sagen das die Haupfigur mir ECHT gefallen hat: Rintarou Okabe (aka Kyouma XD) ist auf den ersten Blick eine art geisteskranker Spinner oder zumindest ungesund paranoide und nicht ganz sauber im Oberstübchen XD

Nach wenigen Episoden aber denke ich bemerkt jeder das diese "Ich bin der verrückte Wissenschaftler" getue eher eine Art Spiel für ihn ist, selbst dauernd an sein ausgeschaltetes Handy zu greifen und von einer bösen Organisation zu reden ist wohl eher ein Tick von ihm. Ich frage mich immer noch ob er das macht um seine Mitmenschen etwas zu belustigen oder ob es für ihn eine art Schutzmechanismus vor seiner Umwelt ist um mit ihr klarzukommen... wahrscheinlich etwas von beidem. Interessanterweise ist Okabe aber in Wahrheit sehr sensibel und hilfsbereit seinen Mitmenschen gegenüber, auch wenn er es schlicht nicht so wirklich zeigen will. Allgemein habe ich auch nur soviel mitbekommen das er eigentlich Student ist (und er soll 18 sein, ich hätte 30 getippt O_o;) und sich mit seinem Kumpanen kreative (aber auch skurrile) Erfindungen ausdenkt. Er ist wohl mit dem Herzblut bei der Sache, aber so RICHTIG intelligent kam er eigentlich nie rüber fand ich xD Dennoch ist er für den Anime eine echt gelungene Hauptfigur und kein 08/15 Typ der so gerne verwendet wird... die anderen Figuren hingegen...

 

Damenwahl

Der Kniff am Anime ist das ja so ziemlich jede Figur ihre "Macken" hat: Die Maid Feyris redet im Katzen-Slang, der dicke Itaru ist ein etwas anrüchtiger Voll-Otaku, die stille Moeka kann fast nur durch ihr Handy mit anderen Menschen sprechen und Ruka ist... ein Kerl der wie ein Mädel aussieht xD

 

Ich finde diese Charaktere eigentlich ganz interessant und unterhaltsam, doch AUSGERECHNET die beiden weiblichen Hauptfiguren... uff... Mayuri...

Mayuri ist dieses herzensgute Kleinkind im Körper einer angeblich 18 Jährigen. Diese Klischeefiguren kenne ich aus anderen Animes aber hier wäre ich auch mal wieder dankbar über mehr als EINE EINZIGE FACETTE gewesen: Mayuri ist nett, gumütig, nett, gutmütig, und nett. Und Gutmütig. Und nix weiter. Solche Menschen EXISTIEREN NICHT. Klar gibt es solche Personen gerne mal in Animes aber wäre es so grauenhaft und tragisch gewesen hätte das Mädel auch mal ein-zwei negative Eigenschaften aufgewiesen? Ein STÜCK menschlicher dahergekommen? Ich kenne eine Comedyserie wo einer der Hauptdarsteller sich in so ein herzensgutes Ding verliebt bis er bemerkt das dieses Frau ERNSTHAFT geistig behindert ist und WIRKLICH den geistigen Stand eines Kleinkindes hat xD Ich finde da Steins;Gate halbwegs realistisch daherkommen möchte passen solche Stereotypen eher in Comedyserien als in diesen Anime, aber okay, mit Mayuri kann ich noch umgehen, aber Kurisu? Wenn ihr aus dem stehgreif die KLISCHEETYPISCHSTE Tsundere (also die zeternde Furie mit ner Schwäche für die Hauptfigur) der WELT immitieren wolltet, wie würdet ihr sie spielen? GENAU so ist Kurisu! Der Rotschopf ist die extremste Form des Klischees die ich so kaum in einem Anime je gesehen habe. Immer wieder verplappert sie sich wütend, errötet... und wird wieder wütend. Das ist teilweise so IMMENS gestellt und unglaubwürdig das ich manchmal nur die Augen rollen konnte. Da kommt sie stampfend ins Zimmer und sagt wütend ohne zusammenhang "Ich hab nicht geweint!" So redet keine echte Person herrjeh, lasst ihn wenigstens die Frage stellen bevor sie sowas sagt >.< Auch diese gestotterten Ausreden "I-ich will nur das du gute Laune hast du B-Baka also bilde dir nichts ein!" sind für mich die billigste Klischeekiste. Damit will ich auch zu einem Problem des Animes kommen: Details

 

Unterhosen - ??? - Profit!

Mir persönlich ist immer wieder böse aufgestoßen wie interessant der Plott war/wurde, doch jedesmal haperte es an den Details der Umsetzung. Irgendwer in der Produktion sagte "Wir haben den Fall das Mayuri ermordet wird, und der Held zurück in die Zeit reisen muss" und DABEI hat man immer den Zwischenschritt einfach komplett ignoriert. Als Mayuri das erste Mal ermordet wird gelingt es Okabe mit viel Glück zurück zu reisen bevor die CERN-Schurken ihn aufhalten. Okay! Doch dann springt er DUZENDE MALE ZURÜCK als Mayuri stirbt, UND DIE SERIE WILL MIR WEISMACHEN DAS ES IHM BEI JEDEM VERSUCH GELINGT VOR CERN WIEDER AN DIE MASCHINE ZU GELANGEN UND ZURÜCK ZU REISEN? Mayuri stirbt manchmal mitten auf der Straße, und CERN soll angeblich nichtmal das Labor besetzt haben? Wie soll OKABE es DUZENDE MALE geschafft haben den Leuten zu entkommen wo sie Mayuri und ihn mehrfach eingekreist hatten? Da merkt man die Macher haben sich nicht bemüht diesen Schritt zu erklären, wieso trug Okabe nicht einfach eine Zeitreise-Armbanduhr, DAS wäre wenigstens nachvollziehbar gewesen! So wirkt es auf mich als hatte man eine Ausgangslage (Mayuris Ermordung) und ein Ziel (Zeitsprung) und "mogelte" sich den Weg immer von A nach C ohne B  zu beachten.

Genauso wie das Ziel "Kurisu wird Labormitglied". Das Mädel wird bei ihrer ersten Begegnung von Okabe verstört betatscht, macht sich bei ihrer Vorlesung zum absoluten Idioten, UND DANN BESUCHT SIE SEIN LABOR? Wieso zum Henker besucht sie das Labor eines unheimlichen und dummen Spinners? Ja weil sie ja ein Labormitglied werden muss, aber ist es nicht fürchterlich ungelenk das sie sich mal eben als "Assistentin" herabsetzen lässt und das alles weil sie zufällig reinkommt als die Bannanen zu Gelee werden? Das wirkte schon Storytechnisch immens plump auf mich.

 

Große Gefühle

Trotz meines Gemeckers: Steins;Gate kann stark sein. Der Plott der in den ersten 10 Episoden fast schon gemächlich und etwas dröge daherkommt spitzt sich Folge für Folge immer mehr zu, und es ist sehr clever mit der Zeitreise-Idee diverse Lebensträume umzusetzen... und sie wieder zu zerstören nur um jemanden zu retten. Einer muss seinen "wiederbelebten" Vater aufgeben, ein anderer seine Mission und Ruka sogar ihre/seine Sexualität!

Wo und wie hatten wir mal diese Story? Der Gedanke das jemand sein GESCHLECHT (und damit auch die Möglichkeit einer Beziehung) opfern muss um jemanden das Leben zu retten ist wahnsinnig interessant und dieser Konflikt ist für mich immens packend gewesen! Auch die Geschichte um Moeka die schlicht als Schurkin enthüllt wird hatte einen tollen Spannungsbogen. Wie konnte man es Okabe übel nehmen das er die "zukünfite Mörderin" seiner Freundin brutal attackiert? Selbst ihr Wahnsinn um "FB" hatte nichts dem Zorn des gebrochenen Okabe entgegenzusetzen, eine der größten Momente der Serie für mich!

Das Tolle für mich war: Man hatte ja doch Mitleid mit Moeka! Als man erfährt das sie schlicht NICHTS anderes hatte als ihre Mission war ich doch schon bereit ihr insofern zu "vergeben" wie es eben Okabe auch letztendlich tat.

 

Selbst die Liebe zu Kurisu (oder "Kurestina" wie er sie nannte) war für mich zwar unerwartet (hatte nur ich geglaubt Mayuri wäre seine große Liebe?) aber doch immerhin klar ausgesprochen und der "Kuss" hatte trotz der fürchterlichen Tusndere-Klischees einfach etwas schönes und romantisches. Das er letztendlich für sie Liebe empfand war für mich auch nachvollziehbar, selbst wenn die Zeit etwas knapp für sowas war, ich hab es der Serie abgekauft.

Fazit

Ich habe mich immer wieder etwas gewundert das so ziemlich alle Damen unerklärlicherweise in Okabe verknallt waren (vor allem bei Ferys wirkte das ziemlich seltsam) bis ich nachgelesen hatte das der Anime auf einem Dating-Game basiert. Die Dramatik und die Spannung hat die Serie echt klasse hinbekommen, doch zuviele kleine Fragen hat man letztendlich ignoriert: Wieso war Kurisu angeblich CERN-Mitglied in der Zukunft? Musste Moeka weiter für "FB" arbeiten und blieb sie weiterhin von dieser Figur abhängig trotz ihres neuen Jobs? Musste "Herr Braun" niemals wieder für CERN arbeiten? All das ignoriert der Anime leider und irgendwie hinterlässt das einen faden Nachgeschmack. Auf emotionaler Ebene kann Steins;Gate aber stark punkten, alleine die Entwicklung der Hauptfigur vom plappernden Idioten zum "zerbrochenem" Lebensretter hatte eine tolle Dramatik. Der Anime ist also irgendwie wie ein verrückter Wissenschaftler: In der Praxis fehlerhaft, aber emotional 100% ein Erfolg. Das ist doch schonmal was oder? MU HAR HAR!

 

Oder was denkt ihr?

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Jingoro (Samstag, 13 August 2016 22:45)

    Also ich hatte die VN gespielt und da wurden auch mehr hintergründe erklärt, in der Serie wurde schon einiges weggelassen aber manche Dinge deiner Kritik kann ich schon nachvollziehen, Kurisu war schon übelst Tsundere ^^ Mayuri wiederrum mochte ich, schade das sie nicht seine große Liebe war, dennoch schöne Analyse ^^

  • #2

    Ryoko (Sonntag, 14 August 2016 12:51)

    Okabe ist mir teilweise mit seinem überdrehten *verrückter Wissenschaftler* Gehabe ziemlich auf die Nerven gegangen - das bessert sich allerdings und am Ende ist er mir ans Herz gewachsen. Jeder Charakter ist auch sehr individuell und finde alle sehr sympathisch. Die ernste Story wird oft durch kleine Streitereien sowie leicht spaßig-perverse Anmerkungen aufgelockert, und ich hatte eigentlich großen Spaß, selbst mit Mayuri und Kurisu ^^

  • #3

    HotaruKiryu (Donnerstag, 18 August 2016 12:40)

    Ich denke, Steins;Gate hat seine Stärken und Schwächen. Wie du schon sagtest, Kurisu ist echt oft zu Tsundere und Mayuri ist eigentlich ziemlich unnütze und nur zum sterben da. Merkwürdigerweise habe ich immer gedacht, das Okabe und Mayuri nur Freunde wären. Ich hätte mir zwischen den Beiden zwar auch was vorstellen können, aber na ja ... was solls. Im Vergleich zu anderen Anime mit alternativen Welten/Zeitplots/whatever fand ich Steins;Gate sehr gut gemacht und auch wesentlich besser erklärt. Wenn ich da an Mirai Nikki denke, kommt mir schon das kotzen. Kann deine Kritik an der Serie aber auch verstehen, selbst wenn ich positiv begeistert von diesem Anime war. ^^ Ehrlicher, guter Beitrag.