Animelyse: Sekunden in Moll - Shigatsu Wa Kimi No Uso

Story:

... äh... die solltet ihr kennen <.< Sorry, das ist keine Review für Leute die das noch nicht kennen, das ist eher was für Leute DIE DIE SERIE SCHON GESEHEN HABEN ^^ Ich Spoiler hier also wer es noch nicht gesehen hat und es sich nicht verderben will: Schaut es, kommt wieder und dann sagt was ihr davon haltet ^^

 

Also nochmal...

Es geht um Musik! Haha DA wusste ich mal etwas mehr bevor ich mich blind in einen Anime stürzte, klasse nich? ^^ Wobei ich das eher vom Titel abgeleitet habe >3.  Paradoxerweise hatte ich nun diverse Animes über Musik und die Liebe gesehen: Ano Hana, Waiting un the Summer, Tari Tari, und beim Anime "Sekunden in Moll" muss ich sagen... das ich so ein wenig zwiegespalten bin.

 

Als erstes: Die Vorstellung der weiblichen Heldin war echt sehr schön inszeniert, Kousei trifft die lebenslustige Kaori und erlebt sie so wie wir: Nahe einer märchenhaften Offenbahrung von Musik und Schönheit.

Von da an beginnt ein Anime der sehr gefühlsbetont ist, aber ich muss jetzt leider gestehen: Ich fand Sekunden in Moll teilweise zu kitschig. Überraschend das ein ü30 Jahre alter Sack wie ich nicht mehr ganz in Schwärmerei verfällt wie es die Serie tut, aber ab und an gebe ich zu fand ich die Inszenierung einfach etwas "too much". Beispielweise Kirschblüten. Kirschblüten in romantisch-dramatsichen Animes sind so immens typisch das sie sicher bei den Produzenten auf einer Strichliste geführt werden. Die Geschichte um Kousei, seine große Liebe und seine "Rückkehr" zur Musik hatte teilweise üblen Zuckerguss... aber natürlich auch bittere Noten. 

 

Musik, Liebe und tote Monstermammas

Erstmal ein großes Plus: Kouseis tote Mutter war KEINE HEILIGE. Ich bin diesen Gag leid das tote Elternteile immer gutmütige Menschen waren die mit einem Lächeln und einem Gebet für den Weltfrieden von einem gingen, bei Kouseis Mutter war es fast schon das genaue Gegenteil.

Die Visionen des Helden wie ihn seine Mutter immer noch verfolgt (klasse Symbolik wie sie ihn beim Klavierspielen von hinten umfasst) waren für mich noch eines der interessantesten Aspekte des Animes, zumal man ja auch noch mitbekommt das sie anfangs garnicht wollte das er Klavier spielt nur um dann am Ende komplett fanatisch und kalt zu ihm zu werden, das sieht man auch nicht in jeder Serie. Das die allerletzten Worte zu seiner Mutter eine bittere Hassbotschaft war? Da musste natürlich die Drama-Schraube anziehen, das störte etwas den Gesamteindruck.

 

Doch diese Geschichte machte ja nur einen kleinen Teil der Serie aus, was gab es sonst noch? Simpel: Langweiligen Schmu. Okay das ist übertrieben aber gerade die Freunde der Helden, also die sportliche Tsubaki und der Casanova Ryouta waren schon ziemlich verschwendet denke ich.

Tsubaki selbst braucht so ziemlich die ganze Serie um Kousei ihre Liebe zu gestehen (wenn auch etwas indirekt) und dann bekommt sie nichtmal eine richtig klare Antwort von ihm. Es war klar WIE diese Beziehung endet, ich wäre aber dankbar gewesen wenn man es klarer auf den Punkt gebracht und die Figuren sich ausgesprochen hätten. Ryouta hingegen hatte NOCH weniger Daseinsberechtigung als das billige Alibi für Kaori zu sein, es gab nichtmal einen Konflikt mit Kaori oder Kousei, er lächelt alles freundlich weg und hatte allgemein soviel Romantik und Chemie zu Kaori wie ein entfernter Verwandter. Ich fand die kleine Nuance schön als Kaori sagte Ryouta käme sicher sehr leicht über sie hinweg und er in dem Moment auf ein Handybild von ihr starrte, hatte er mehr für sie empfunden als das übliche anbaggern? Auch diese Frage wird komplett ignoriert und wir haben statt dessen irgendwelche Konkurrenten im Klavierspielen. 

 

Ich will der Beste sein! Oder auch nicht!

Ja, es gab dann noch diese seltsame Wettkampf(aka Gangbatte)-Komponente in der Serie die auf mich nicht so richtig wirkte. Erstes Problem: Ich habe null empfinden für Musik, ich bin so musikalisch wie eine Brezel und wenn dann da jemand Klavier spielte musste ich erstmal die Reaktionen des Publikums abwarten WIE derjenige nun spielt. Toll? Schlecht? Total abstrakt? Ich konnte nie so richtig mitfiebern. Obwohl: Sekunden in Moll ist einer von wenigen Animes dessen Intros (beide!) mir sehr gefallen haben. Bin ich eigentlich rassistisch wenn ich es total süß finde wie Japaner Symphonie ("Schimpfonie") aussprechen?^^; Zweites Problem der ganzen Sache: Es gab keinen echten Wettkampf bei diesem Wettkampf!

Die etwas verschrobene Emi und der energische Takeshi waren zwar irgendwie "Gegner" von Kousei doch er sah sie selber nie als Konkurrenz und allgemein interagierten die Figuren so gut wie nie MITEINANDER sondern redeten eher ÜBEREINANDER. Auch die ganze Geschichte um Takeshis kleiner Schwester Nagi wirkte eher wie 08/15 Filler.

 

Und dann war da natürlich der Plott um Kaori und Kousei. Ich muss zugeben ich mag jedes Anime-Mädchen das Charlie Brown zitieren kann (gab auch irgendwie einige Parallelen zu den Peanuts und dem Film um das Krebskranke Mädchen nicht?) Und ihre sorgenfreie Art wurde ja später schon erklärt insofern das eine Totgeweihte das Leben halt nochmal sehr auskosten möchte.

Wobei mich ja der ganze Punkt ihrer Krankheit hin und heriss: Erst nahm sie Medikamente oder sie hatte etwas Fieber. Kame (das bin ich ^o^) saß vor dem Bildschirm und wusste "Sie hat eine schwere Krankheit, übliches Klischee". Es gibt ja immer bei Drama-Animes diverse Sachen: Umzug (5cm pro Sekunde), Tot (Clannad), anderer Planet (Waiting in the Summer), irgendwie muss man die Liebenden aufgrund des Dramas trennen. Nebenbei: Wieso sterben Animefiguren immer an "Einem Leiden" oder "einer seltenen Krankheit?" Kann man nicht der Form halber Krebs, Aids oder Herzfehler sagen? Auch so ein Klischee das nicht aufhört. 

 

Am Ende dachte ich "Oh nein sie cheaten sich mit einer lebensrettenden Operation raus!" Doch ich war schon beeindruckt: Sie starb tatsächlich, irgendwie hat mir das gefallen (also von der Dramatik und dem Ton her!) So machte der Anime vieles Wett, doch wie gesagt: Zuviel Filler, zuviele Nebengeschichten und letztendlich hätte der Anime auch 12 Episoden haben können und weniger Figuren einbauen müssen, auch wenn er OPTISCH echt ansprechend ist, keine Debatte meinerseits!

 

Fazit

So ein 50/50 Anime: Tote Mutter, sterbende Freundin? Gute Geschichten. Klavierwettkampf und andere Mitschüler? Weniger gute Geschichten. Manchmal störte mich auch privat die kitschige Symbolik von wegen Kirschblütenblätter oder sterbende Katze (SUBTIL WIE EIN AMBOSS LIEBER ANIME ~~), doch immerhin hatte Kaori mir als tragische Heldin weitaus mehr Persönlichkeit als z.B. eine Nagisa aus Clannad, sie hatten sogar ab und an kleine humoristische Momente um alles etwas aufzulockern, doch unterm Strich hätte man den Anime auch halbieren und den etwas mauen Filler rausschreiben können ohne etwas einzubüßen. So ist der Anime für 22 Folgen etwas zu durchschnittlich.

 

Oder was denkt ihr?

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Kazumi (Freitag, 08 September 2017 12:41)

    Oh ich war aber ein großer Fan des Anime und hatte am Ende sogar ziemlich geflennt, ahhh ich war total am Boden als sie dann sich verabschiedet hat und die blüten auf ihrer Brust geschossen waren. Und jaaaaaaaaaaaaaa, die Intros sind wunderschön, aber auch die Endings! >:3

  • #2

    HotaruKiryu (Freitag, 08 September 2017 23:08)

    Ich kann deinen Zwiespalt schon verstehen. Obwohl mein Review sehr positiv ausgefallen ist, kann ich deine Kritikpunkte sehr gut nachvollziehen. Kaori war in dieser Serie die helle Sonne und der Rest war irgendwie ... da. Wären die Filler nicht gewesen, hätte ich die Serie vielleicht sogar am Stück geschaut. Die Songs waren aber alle sehr schön und die Synchro war sogar verhältnisweise zu dem was ich sonst gewohnt bin recht gut. Aber optisch ist Youre Lie in April auch schön, nicht wahr? Ich hab mir eigentlich gewünscht, das Kaori überlebt. Der Mangaka des Mangas wollte sie auch eigentlich überleben lassen, hatte den Produzenten vom Anime aber schon gesagt, dass sie sterben wird. Kousei hatte wie man im Anime auch erkennen kann, zwar, eine charakterliche Entwicklung aber eben nur so für die Musik. Von einer besseren Persönlichkeit habe ich bei dem Jungen echt nichts gemerkt. Sprich - ich kann deine Meinung recht gut verstehen. Und Tsubaki mag ich immer noch nicht, sehr gut zusammengefasstes Review auf jeden Fall.