Animelyse: Samurai Flamenco

Story:

... äh... die solltet ihr kennen <.< Sorry, das ist keine Review für Leute die das noch nicht kennen, das ist eher was für Leute DIE DIE SERIE SCHON GESEHEN HABEN ^^ Ich Spoiler hier also wer es noch nicht gesehen hat und es sich nicht verderben will: Schaut es, kommt wieder und dann sagt was ihr davon haltet ^^

 

Also nochmal...

Samurai Flamenco ist ein Anime über einen Power Ranger-Helden. Mehr wusste ich als ich die Serie anfing vorher nicht, und ich muss gestehen das ich einen hohen Unterhaltungsfaktor hatte, denn mal Hand aufs Herz Leute: Dieser Anime war vieles, aber sicher nicht vorhersehbar. Immer wieder machte die Serie, die Geschichte, selbst der TON von Samurai Flamenco 180 Grad Drehungen und thematisierte so ziemlich alle Superhelden-Sentai-Powerrangers Themen überhaupt in einem wirklich ernsten Ton... und macht sich gleichzeitig darüber lustig. Was ist dieser Anime? Ich würde behaupten es ist der Liebesbrief eines Fans an ein ganzes Genre.

Samurai Flamenco beginnt fast absolut realistisch wie z.B. "Kick Ass". Ein Jugendlicher will ein Held sein und... naja, das ist ziemlich merkwürdig. Mal im ernst, wie würden wir reagieren wenn uns ein Hansel im Kostüm melodramatisch ermahnt keinen Regenschirm zu mopsen, die Musik leiser zu stellen oder keine Getränkedosen wegzuwerfen? Genau, wir wären minimal irritiert und maximal genervt von dieser Korinthenkackerei XD Ein Held in der Realität der alltägliche "Verbrechen" anprangert ist nun wirklich nichts ansprechendes. Und das ist auch irgendwo die Kernbotschaft des Animes: Es gibt keinen Ruhm für Masayoshi hier, es gibt keine glorreichen Taten, es gibt hier nur einen Jungen mit großen, wirklich reinen und.... mal ehrlicherweise verklärten Idealen um das Heldendasein. Nach 6-7 Episoden dachte ich das wäre also die Botschaft. Doch dann kam der Gorilla.

 

Wait Whaaat?!

Als ich 6-7 Folgen um einen Burschen sah der nach und nach seinen Job ernster machte und es wirklich schaffte Verbrecher im Kampf niederzuboxen hab ich geglaubt ein Monster-Gorilla wäre eine Fantasie, ein Traum oder sonstwie zu erklären, aber das der ECHT ist?0O Ich gebe zu mir stürzte die Kinnlade in den Keller, wie unvorhersehbar war denn dieser Twist bitte? Großartig fand ich dann die ganze Ironie der Vorkomnisse: Jede Woche kam nun so ein Monster und die Leute hat es schlicht nicht mehr gekümmert weil der Held sie ja eh besiegte, wie lustig war eigentlich diese Gleichgültigkeit? XD

 

Auch die Nebenfiguren waren für mich ziemlich interessant: Flamenco Girl (alias Mari) z.B. war mal tatsächlich nicht einfach nur eine hilflose Dame oder eine erzwungene Romanze, sondern eine recht verquerte Heldin die Heldin sein wollte um den Ruhm und die Anerkennung zu haben... und wahrscheinlich ungestraft Kerlen in die Eier zu treten (Sorry, ich musste bei diesem Running Gag jedes mal Tränen lachen, bin wohl zu sehr Sadist xD). Es war für mich total realistisch das jemand DESWEGEN Held sein wollte... auch wenn sie der Bösewicht dadurch brutal bloßstellt.

Zu sagen "Rette dich, lass mich zurück!!!" ist vielleicht gerne mal gesagt (oder zumindest wünschten sich viele von uns wohl wir hätten mal die Chance so selbstlos daherreden zu können), doch natürlich sehr selten auch so gemeint. Das war eine verdammt gemeine und doch realistische Szene als King Torture die gefolterte Mari dafür anprangerte.

 

Held + 4 Stereotypen

Wieder ein total lustiger Twist das ein (Sentai) Held plötzlich eine ganze Organisation bekommt und die Latte von "Ich kämpfe gegen pöbelnde Jugendliche" zu "Wir kämpfen gegen Aliens" angehoben wird. Ulkig das der idealistische Held seine vier typischen Kumpane bekommt: Den grummeligen Aufbrausenden, den kühlen Logiker, den stillen Ausgeglichenen und... äh das Mädchen XD Sie sind trotz allem eigentlich nur Nebenfiguren und für 3-4 Folgen relevant, letztendlich ist Masayoshi der um den sich alles dreht.

Ich weiß auch bis heute nicht was ich vom "Mentor" Joji Kaname halten soll der so ziemlich alle Klischees verkehrt: Er tut immer allwissend, angeberisch, idealistisch, heldenhaft und ist oft einfach nur ziemlich scheinheilig und unzuverlässig, entweder ein herzensguter Depp oder ein verdammt gigantischer Troll, aber ich musste dank ihm oft lachen XD Selbst die Aliens (sie gaben sich ja auch typische namen wie "Die famosen Vier" oder "Die sinistren Sechsundfünfzig" etc. XD) erwähnen ja wie unglaubwürdig es ist mit 200 ihrer Art gegen die gesamte Erde kämpfen zu wollen xD

Wieder machte dann die Geschichte einen Dreh und thematisierte sogar noch eine korrupte Regierung die sich mit dem Zuspruch der Wähler(!) ihre Superpower gab, wie bescheuert ist das? XD Ganz am Ende kam dann ja noch der... sehr düstere Schlusspart um Masayoshis Freund, dem Polizisten Hidenori und seiner "Freundin" mit der er eine Fernbeziehung führte.

Es war für mich schon überraschend das seine Freundin tot war, ich habe schlicht mit einer seltsamen Offenbahrung gerechnet WER nun seine Liebste sei, doch das er die Nachrichten sich selber schickte? Das war irgendwie schräg... und dennoch nicht vollkommen unrealistisch. Jeder Mensch geht ja schließlich anders mit seiner Trauer um, und als der finale Bösewicht die Nachricht löscht? Das war ziemlich dramatisch. Der junge Haiji als Bösewicht war eh interessant, wie geht man gegen einen Jungen vor der schlicht böse ist um böse zu sein? Um sein Dasein zu rechtfertigen? Nach Aliens, Monstern und Staatsmännern war dieser "Endboss" ziemlich kreativ und doch bodenständig. Der Schlüssel zum Sieg? War ebenfalls unvorhersehbar wie sonst etwas: Nackt ausziehen und Heitratsanträge machen! XD

Das war so wunderbar dümmlich das ich wieder lachen musste, stellt euch mal vor The Dark Knight wäre so ausgegangen xD

 

Fazit

Ein echter Held ist ein Idiot. Er ist ein klugscheißer, ein nerviger Gutmensch, und in der Realität nahezu undenkbar. Doch niemand sagte das es leicht wäre Held zu sein, oder ernsthaft und vollkommen ehrlich sich und der Welt gegenüber zu leben, nie auch nur das kleinste Verbrechen zu begehen und an seine Mitmenschen zu glauben. Samurai Flamenco schafft es gleichzeitig das Heldendasein zu bejubeln und sich synchron darüber lustig zu machen xD Es war verdammt META als eine allmächtige Aura Masayoshi anbietet ihm ewig neue Abenteuer zu erschaffen ODER der Welt ein friedliches (und eben langweiliges) Dasein zu geben. Ist es nicht seltsam wenn das heldenhafteste was der Held tun kann ist aufzuhören ein Held sein zu dürfen? Für mich war Samurai Flamenco erstaunlich lustig, unvorhersehbar, klug und sehr spaßig.

 

Für euch?

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Ryoko (Dienstag, 19 September 2017 16:59)

    Hab in die zwei ersten Episoden reingesehen, ich dachte der Anime würde weiter auf diesem realistischen Level bleiben, ich weiß nicht ganz ob mir der Ansatz gefällt den du da beschreibst

  • #2

    HotaruKiryu (Mittwoch, 20 September 2017 11:07)

    Bis jetzt habe ich keine einzige Folge davon gesehen, aber es wirklich gar nicht mal so uninteressant. So Meta Sachen sind eigentlich auch mein Ding, das kommt zumindest mal auf die geplant Liste. Außerdem schaut der Zeichenstil jetzt auch nicht so uninteressant aus, da werd ich sicher noch mal reinschauen.