Animelyse: Psycho-Pass (Staffel 1)

Story:

... äh... die solltet ihr kennen <.< Sorry, das ist keine Review für Leute die das noch nicht kennen, das ist eher was für Leute DIE DIE SERIE SCHON GESEHEN HABEN ^^ Ich Spoiler hier also wer es noch nicht gesehen hat und es sich nicht verderben will: Schaut es, kommt wieder und dann sagt was ihr davon haltet ^^

 

Also nochmal...

Wieder eine Serie die vor nicht allzulanger Zeit in aller (oder zumindest vieler) Munde war, ob zurecht oder nicht... kann ich nicht zu einhundert Prozent sagen. Die erste Staffel von Psycho Pass hatte einige tolle Ansätze, doch einige Aspekte im Gesamtbild stören mich, gerade im letzten Akt ging die Geschichte in eine Richtung die mir absolut nicht gefallen hat. Wobei ich sofort zugebe: Die erste Hälfte der Saga hat mich nicht nur interessiert, sie hat mich in den Keller geschleift, mit duzend Schnallen gefesselt und in eine Kiste aus Neugier geworfen XD

 

Ich hörte übrigens zur zweiten Staffel SOVIEL NEGATIVES das ich regelrecht nervöse werde, was zum Henker wurde da denn angerichtet? XD Ich denke die werde ich mir erst ansehen wenn ich diese hier etwas verdaut habe.

 

Die Zukunft: Schon Heute!

Zuallererst: Ich mag das Design der Welt. Die Zukunft von Psycho Pass hat sehr viele Parallelen und Inspirationen vom Film "Blade Runner" entnommen (Nein das ist keine Vermutung, der Film wird ja sogar innerhalb der Serie erwähnt XD) Man merkt es auch das entgegen vieler Fortschritte eine menge Charaktere ganz altmodisch Zigaretten rauchen, so ein typisches Beispiel für den "Sci-Fi-Noir"

Aber auch sämtliche technischen Spielereien die man mitbekam fand ich ziemlich clever: Ein digitales Zuhause (im ernst, ich will meine Bude auch aussehen lassen wie einen französischen Palast XD), dann virtuelle Terminplaner-Digimon-Irgendwas oder auch diese Cyberspace-Kleiderschränke, das alles waren ansatzweise glaubwürdige aber kreative Sachen, statt wie sonst nur fliegende Autos und Neon-Verkleidungen zu zeigen. 

 

Die Gesellschaft selbst hatte dank dem allgegenwärtigen Sybyl System ein wenig was von einer "strahlenden Zukunft", doch auch gut eingefügte negative Folgeerscheinungen: Wieso zum Beispiel muss man vom Staat als Künstler anerkannt werden, bzw Kunst überhaupt? Der Gedanke das eine Maschine definiert welches Medium "Kunst" ist hat schon wieder etwas schaurig abnormales wie in George Orwells Roman 1984.

Wo wir bei Design sind: Mir gefällt die Protagonistin Akane auch wirklich sehr gut. Sie ist vollkommen frei von jeglichem Fanservice, hat keinerlei körperlichen Reize und dennoch ein gewisses Charisma. Sie kommt etwas in die Ecke des "Mauerblümchens" doch nie eindeutig so das man mit dem Finger draufzeigen könnte, und außerdem entwickelt sie sich innerhalb der Staffel auch deutlich. 

 

Sie ist auf eine naive Art ziemlich idealistisch, doch verfällt dabei selten in eine weinerliche Phase, sondern sieht alles an sich relativ nüchtern und direkt, und behält dabei (fast immer) ihre positive Einstellung. Außerdem hat Kame immer ein kleines Faible für Bubikopf Haarschnitte, gute Arbeit liebe Macher xD

 

Serienmörder-Sponsor GMBH

Die Idee das ein Serienkiller seine Neigungen auslebt indem er ANDERE Serienkiller sozusagen" Sponsort" fand ich uuuunglaublich faszinierend! Jeder dieser Wahnsinnigen hatte seine eigene, verdrehte Art und seine Schemas, was einfach viel Handlung innerhalb der Staffel hergab. Man denke mal an diesen schaurigen "Cyborg Jäger-Killer":

Bwaaah, wie herrlich verstörend diese künstliche Mimik war! Auch die mordende Kunst-Schülerin oder der Cyberspace-Chatmaster... alles waren wirklich unterhaltsame Gegner für die Protagonisten, und so kreativ! Die für mich nervenaufreibenste/beste Szene der ganzen Staffel war sowieso die als Akane endlich den "Mastermind" Makishima stellt und dieser droht ihre Freundin zu ermorden

Wirklich fantastisch inszeniert und auch so dramatisch da der Psycho Pass des Kerls einfach immer "reiner" statt dunkler wurde. Auch das Akane mit der "richtigen" Waffe vorbeischoss war einfach ziemlich gnadenlos durchgezogen vom Plott her: Die Heldin MUSSTE hier versagen, denn hier wurde die Motivation den Bösewicht zu stellen nochmals deutlich hochgedreht. Tja, und im letzten Drittel der Staffel... umpf...

 

"Das System ist flasch!"

*Ächz* ich war massiv enttäuscht als am Ende der Staffel plötzlich das "böse System" zum Thema wurde. Woher kam plötzlich diese Idee das Makishima nun das Sybyl System anprangern wollte? Klar, die "Helme" die jedem Normalbürger die Chance gaben ihre Frustrationen über die Gesellschaft auszuleben war ziemlich interessant. Auch das durch diesen Amoklauf (Man mal wirklich, wer zündet mal eben ne Studentin an? Kranker Scheiß) die OPFER zu Tätern wurden war eine netter Ansatz, doch... wieso in dieser Serie? Hatten wir nicht einen Psychopathen gejagt? Warum kommt plötzlich dieses sozialkritische Blabla daher?

Tja und Makishima selbst... er ist entsetzlich. Also ich persönlich zumindest finde ausgerechnet den Hauptschurken der Staffel wirklich nicht gelungen: Er sieht nicht nur klischeebedingt extrem Androgyn aus, sondern kann alles! Er ist dreimal Intelligenter als alle Anderen, smarter und geistreicher als alle seine Gegner. Das wäre ja vielleicht noch zu tollerieren gewesen, aber NATÜRLICH kann er auch eben mal Karate und ist seinem Erzfeind Kougami im Kampf total ebenbürtig. Makishima ist wirklich ein reiner Gary Stu-Schurke, was verdammt schade ist. Es wirkt immer als könnte der Typ 100 Gegner mit seinem Zeh besiegen während er Blind eine Violine spielt, das langweilt doch!

 

Fazit

Schade, im letzten Drittel baut die Serie für mich ab. Aus einem eigentlich spannendem Thriller wird (mal wieder) so eine sozial-anarchistische Message die mir privat eher auf den Keks ging. Schön fand ich das Charakterdevelopment der Figuren: Wie breit musstet ihr grinsen als ihr herausfandet das Ginozas Vater der alte Bluthund Masakoa war? Das war ziemlich smart aufgebaut.

 

 

 

Ansonsten denke ich wer sich dem Setup und der Grundidee nicht verschließt hat hier viel unterhaltsamen Spaß mit netten Hauptfiguren und einem (meist) packendem Plott, wenn auch mit kleinen Makeln. Fragt sich was Staffel Zwei da aufbringt...

 

 

Wie fandet ihr diese erste Staffel? Kommentare, Kritiken und Korrekturen wie immer gerne gelesen ^^

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Anny (Donnerstag, 16 Juni 2016)

    Ich finde die serie maßloy überhyped. Das Charakterdesign ist auch ziemlich stark von Death Note "inspiriert" (will nicht sagen geklaut) und auch wenn die OP ziemlich gut ist, so verennt sich der Anime nach einer Weile und einige Figuren bekommen auch keinerlei Development.

  • #2

    Neko-Nyan (Donnerstag, 16 Juni 2016 15:05)

    Staffel 1 zählt zu meinen Favoriten, da mir besonders die Grundidee des Systems sehr gut gefallen hat, wie du auch sagtest, das Setting allgemein ist ziemlich kreativ! Die Zeichnung und Landschaften sind sehr gut ausgewählt und ausgearbeitet worden, da verschmerze ich die kleinen Mankoas in der Handlung ;)

  • #3

    Laniify (Donnerstag, 16 Juni 2016)

    Ich kann zum Großteil deiner Review zustimmen. Hinsichtlich der Sozialkritik muss ich sagen, dass ich die ziemlich gut fand und das für mich eigentlich den Kern und auch die Problematik des Anime an sich vereint. Natürlich versucht der Anime dann doch etwas mit dem pädagogischen Zeigefinger dem Zuschauer das einzutrichtern, aber jeder kann sich ja sein eigenes Urteil bilden. Ich fand es gut, weil es eben zum Nachdenken anregte und viel Diskussionspotenzial gegeben hat. Aber natürlich ist das Geschmackssache. Auch der Oberboss...ich sehe den gar nicht so kritisch o.o Aber wenn ich so mal darüber nachdenke, erscheint er wirklich nahezu perfekt. Ansonsten gutes Review! Ich finde es gut, dass du auch die nervenaufreibende Szene als Höhepunkt der Serie betrachtest. ;)