Animelyse: Le Chevalier D'eon

Story:

... äh... die solltet ihr kennen <.< Sorry, das ist keine Review für Leute die das noch nicht kennen, das ist eher was für Leute DIE DIE SERIE SCHON GESEHEN HABEN ^^ Ich Spoiler hier also wer es noch nicht gesehen hat und es sich nicht verderben will: Schaut es, kommt wieder und dann sagt was ihr davon haltet ^^

 

Also nochmal...

Wow, ich war ziemlich beeindruckt von dieser Serie. Ich hatte nicht einmal entfernt vorher etwas von diesem Anime gehört, nichtmal Bilder davon gesehen und absolut keine Ahnung was mich erwartet... und ich wurde ziemlich heftig erwischt! Dieser Anime ist für Erwachsene! Nicht in einem "es kommt Erotik vor" Sinne, sondern in Sachen Anspruch: Hier gibt es keine Kulleraugen, hier gibt es keinen Fanservice, hier gibt es keine herrischen Schulmädchen oder typische 15 Jährige Burschen die das böse Imperium zu fall bringen, nein! Hier wird eine intelligente, sehr verwobene und stark ausgearbeitete Geschichte mit immens historischem Gepäck ausgerollt.

 

Ich hatte anfangs sogar ziemlich Mühe den ganzen Figuren, Orten und politischen Gegebenheiten zu folgen, doch es war einfach auch Stimmungstechnisch für mich so eine herrlich spannende und düstere Armosphäre das ich fast dachte ich hätte den unehelichen nachhfolfer von Naoki Urasawas Meisterwerk "Monster" hier vor mir. Das Le Chevalier D'eon zum Ende dann doch einige Federn lässt enttäuscht, täuscht aber nicht von dem erfrischenden, starken Eindruck hinweg den ich zu Beginn bekam.

 

Die vier Musketiere?

Der Gedanke kam mir zumindest als sich im Laufe der ersten 5-6(?) Episoden das Quartett an Dienern des Königs bildete. D'eon war wie für Helden typisch eher der langweiligste der Vier, zumal dieses hin- und herschalten zwischen ihm und seiner Schwester schon verdammt bizarr war, welcher Held kann sich so leicht als Frau verkleiden? Der Casanova Durand (und ja ich mussste nachgoogeln, diese Namen bleiben leider echt nicht haften) wirkte anfangs zwielichtig, es überraschte mich auch das er nun der Liebhaber von D'eon's Schwester war, doch man merkte letztendlich war er einer der Guten, auch wenn er (natürlich) dramatisch sterben musste, das ist bei solchen Charakteren aber etwas abzusehen. 

Robin war natürlich "der Jüngste" und hatte anfangs sichtlich Mühe jemanden zu töten. Irgendwie war es wohl symbolisch das er am Ende die rolle von Robespierre einfach übernahm und damit den Aufbruch in bessere Zeiten darstellte. Der alte Recke Teillagory als letzter... ja, es hatte mich am Ende schon etwas überrumpelt das er die Anderen verriet, aber das konnte man nachvollziehen: Sein Sohn starb für einen so miesen König, da war es wohl menschlich das er diesem nicht mehr dienen wollte. Die Dynamik dieser Vier war dennoch immer interessant, zumal sie auch immer etwas als "Beobachter" dieser ganzen Machtintrigen waren, selbst wenn die teilweise aktiv mitwirkten.

 

Geschichte, fast wie damals!

Ich fand die Bezüge zur "echten" Weltgeschichte großartig, denn es war eine fantastische Zeit für Menschen die solche Ränkeschmiede mochten: Königin Elisabeth in England, der "ungeliebte" König Ludwig in Frankreich, und selbstverständlich Katharina die Große in Russland waren nur die bekanntesten Akteure dieses Animes. Nebenbei ja, es stimmt: Wie im Anime iniziierte die russische Zarin tatsächlich den Tod ihres Ehemannes, wenn ich die überdramatische Szene im Anime aber auch derber dand, erinnert ihr euch noch? Er fleht sie an ihn nicht nach Sibirien zu verbannen und sie sagt "Ok... richtet den Typen hin" XD Bei ihrem Titel fehlte wohl der Zusatz "Katharina die große Vollstreckerin" O_o;

Natürlich war vieles auch schlicht nicht historisch belegt und ich gebe zu ich war ein klitzekleines wenig enttäuscht das der Anime dann langsam in die Richtung Fantasy abglitt. Ich selber hätte auch eine Story haben können die ohne übernatürliche Elemente auskam, aber natürlich wurde vieles stimmungsvoll inszeniert, wie der Totenkopf mit der Kinderstimme oder eben die Zombie-artigen "Gargoyle".

Packend bis zum Ende... naja fast ^^;

Mir gefielen die vielen Bösewichte des Anime. Wir hatten Robespierre als vermeindlichen Bösewicht, wir hatten die Marquise de Pompadur die ihre Ränke schmiedete, den komischen "Dichter-Meister" Dashwood und natürlich den König als überraschenden Oberschurken. Selbst die beiden Handlanger von Robespierre, der gierige Alessandro und seine Begleiterin Lorenza hatten ihren Charme, ich hätte gewettet sie ereilt ein früher Tod, dabei kamen sie am Ende so ziemlich als Einzige ungeschoren davon XD

 

Aber mein "liebster" Unhold und gleichzeitig die größte Enttäuschung war der Comte De Saint German

Maaan war das ein cooler Bösewicht. Er wirkte immer so gelassen und freundlich während man aber wusste was er alles im Schilde führte. Wusstet ihr das die historische Figur des Grafen öfters in Animes und Manga verwendet wurde? O_o "Drifters", "Nobunagun"... er war sogar mal ein Bösewicht in einem japanischen Musical von Sailor Moon O_o;;;  Ich war echt gespannt wie es mit ihm zuende ging, und war ziemlich enttäuscht das er im Finale nur ein wahnsinniger Gargoyle wurde, schade. Allgemein fand ich das Finale des Animes irgendwie... meh. Die ganze Saga war so packend, und dann sterben so gut wie eh alle, vor allem das D'eons Verlobte Anna so unspektakulär verschied verärgerte mich ziemlich! >.<

 

Fazit

Le Chevalier D'eon zeigt wieder einmal dankbarerweise das Animes nicht um Schulmädchen, Höschenblitzer oder überhaupt von Japan handeln müssen. Die Serie entsagt sich aller gängigen Klischees und zieht "sein Ding" knallhart durch. Sachen wie die "Dichter" waren verdammt gruselig, (allgemein diese Verse die sie immer sprachen brr! O_O;) auch wenn ich keinen Anime kenne bei dem der Held am Ende den Rest seines Lebens verkleidet als Frau herumläuft O_o; Nicht perfekt und sicher nicht einfach anzusehen, doch ein bemerkenswerter Anime allemal.

 

Oder nicht?

 

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Kommentare: 1
  • #1

    histooorymom (Mittwoch, 15 Juni 2016 14:25)

    historisch angehauchte serien sind cool, klingt auf jeden fall interessant. wieso hat dieser blog kein weihnachtsspecial? zu mainstream?