Animelyse: Ein Sommer mit Coo

Story:

... äh... die solltet ihr kennen <.< Sorry, das ist keine Review für Leute die das noch nicht kennen, das ist eher was für Leute DIE DEN FILM SCHON GESEHEN HABEN ^^ Ich Spoiler hier also wer es noch nicht gesehen hat und es sich nicht verderben will: Schaut es, kommt wieder und dann sagt was ihr davon haltet ^^

 

Also nochmal...

Ich denke das ist einer der ersten "Spezieller Freund" Film der sich wirklich bemüht etwas erwachsener zu sein und die Klischees auszulassen.

 

Man kennt ja die üblichen Filme dieser Art: Junges Kind findet fantastisches Wunderwesen (oder ein normales Tier) mit dem es allerlei Abenteuer erlebt beziehungsweise in eine uglaubliche Welt entführt oder ähnliches Zeug. Ich gehe jede Wette ein das jedes Jahr mindestens drei solcher Filme in den Kinos laufen: Laura und der Drache, Jonas und das Einhorn, Son Goku und das Kamehameha, und so weiter. Doch hier ist der Ansatz weit "seichter" und meiner Ansicht nach deswegen auch viel realistischer. Zu allererst Respekt an das Animationsstudio, selten sah ich in einem Jugendfilm einen Elternteil mal sterben. Das der Vater des kleinen Coo sogar blutig in zwei Teile zerhauen wird ist DEFINITIV in meinen Top 100 WTK-Momenten in Jugendfilmen EVER XD

 

Ein seltsames Vieh

Allgemein ist die "Hauptfigur" Coo ziemlich unkonventionell für einen solchen Film. Damian der Troll oder Maria die Fee oder wie sie auch alle heißen haben meist das Gemüt eines kleinen Babys. Und Coo? Er redet so altmodisch aber formell als wäre er vollkommen erwachsen, wobei er ja faktisch auch nur ein Kind ist XD Auch ist sein Aussehen so "unhübsch" und unkonventionell (zumindest für diese Art Filme) das ich doch interesse an dieser Figur bekam. Ich glaube das Wesen ist an sich als japanisches Mythenwesen allgemein "sehr japanisch" z.B. ist Coo sehr höflich und so gut wie nie beleidigt egal wie man ihn behandelt. Außerdem: Er ist anatomisch korrekt, wieviele solcher Wesen sehen wir da im Kinderkanal? XD

 

Auch die Familie bei der Coo landet reagiert verdammt gelassen auf das Wesen. In fast allen Filmen bekommen die Eltern nie etwas vom Yeti auf dem Dachboden oder dem Schlumpf im Kleiderschrank mit, doch hier wird wirklich die komplette Sippe schnell eingeweiht und nimmt es erstaunlich gesittet auf, auch wenn es kleinere Reibereien gibt, doch nie gekünstelt oder überdramatisch wie in besagten Beispielen.

Selbst der Junge Koichi passt nicht 100% ins Schema. Er ist wohl Coo's bester Freund, doch nicht so intim das die anderen der Familie außen vor wären. Die heranwachsende Liebe zu dem Mädchen Sayoko die thematisiert wird... ich weiß nicht wie ich es geschickter ausdrücken kann aber... es ist... glaube ich... eine der realistischsten Jugendlieben die ich je in einem solchen Film sah. Anfangs ist Koichi vollkommen gemein zu seiner Klassenkameradin, die übrigens auch vollkommen entgegen der Stereotypen kein beliebtes Mädel ist, sondern ein vollkommenner Außenseiter mit privaten Problemen. 

 

Als sie dann in einer der späteren Szenen neben Koichi lauthals in Tränen ausbricht... geht er verschämt XD DAS IST REAL! So reagiert ein Junge auf ein heulendes Mädchen, er kann damit nicht umgehen ^^ In sooovielen Filmen dieser Art lässt der Junge dann einen weisen Spruch ab oder umarmt das Mädchen oder bla, doch hier wird das ganze gewollt ungeschickt aber sehr glaubwürdig aufgelöst ^^

 

Ein echter Kappa... nett oder? ^^

Ich fand es ebenso toll wie die Öffentlichkeit reagiert hatte als dann endlich rauskam das Coo existiert. Ich dachte augenrollend das die Welt nun ausschließlich von dem Wesen berichten würde, das die Armee, Wissenschaftler und sonstige böse Kräfte herangeschleppt werden wüden, doch... irgendwie haben sie die ganze Sache ziemlich gut gedeichselt. Erst kommen Reporter und dann wird Coo's Familie "genervt" den Kleinen in eine Show zu bringen. Ich war richtig verstört das niemand jemanden versuchte zu erpressen oder irgendwelche Drohungen aussprach, Coo wirkte eher wie ein Promi als wie ein Weltwunder XD

 

Es war auch einfach realistisch das der Kappa, trotz seiner Sprache, eine gewisse animalische Seite hatte und schlicht schnell erdrückt wurde von der Aufmerksamkeit die er bekam. Als dann "genialerweise" so ein Typ mit dem ARM seines Vaters antanzte (im ernst, wer hielt es für eine gute Idee Leichenteile mitzubringen?) brach es aus Coo raus und er wollte schlicht alleine sein. Was in Tokyo ein eher unmöglicher Wunsch ist. Es hat mich ehrlich gesagt auch ziemlich mitgenommen das "Der Alte" aka der Hund dann starb.

Schön war auch das die Menschen nachvollziehbar waren. Waren sie böse? Wollten sie Coo angreifen? Nein, das waren normale, interessierte Menschen. Aber wie im echten Leben: Drei dutzend von diesen Leuten sind dennoch eine Plage und wenn dich Fans in scharen verfolgen kann man es jedem nachempfinden wenn man regelrecht verzweifelt, was auch in der denkwürdigen Turm-Szene endet.

 

Der Abschied von Coo war natürlich auch denkbar undramatisch: Er wird per Post versendet... der Junge macht keine große Umarumg, keine Lebensweisheit, er wartet nur bis der Paketdienst den Kerl abholt XD Irgendwie denkwürdiger dadurch als jedes kitschiges Good Bye vieler anderer Streifen

 

Fazit

Was ist "Ein Sommer mit Coo" nun? Die Geschichte über einen Jungen und seinen fantastischen Freund? Naja... nicht so richtig. Klar ist da eine Freundschaft, aber sie ist nicht Kernthema des Ganzen. Geht es um die Umwelt? Naja... auch nicht so richtig. Klar wird Fortschritt und Wandel angeschnitten, doch einem nie nervend auf das Auge gedrückt. Deswegen ist "Ein Sommer mit Coo" also ein Film um die junge Liebe und das erwachsen werden!... ne, auch das ist einfach nicht wahr XD

 

Ich denke vielmehr der Film ist eine sehr realistische, sehr glaubwürdige, gute Mischung aller deser Elemente ohne das man mehr Wert auf das Eine als auf das Andere legen müsste. Zuschauer können in diesen Film ein Jugendabenteuer genauso erkennen wie eine Umweltmessage... wenn sie denn wollen. Das und die Glaubwürdigkeit dieses Films machen ihn für mich zu einem meiner Favoriten.

 

Wie war euer Eindruck?

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Sakura (Samstag, 18 Juni 2016 13:24)

    Ist lange her seit ich den gesehen habe, aber ich erinnere mich auch noch wie der Hund überfahren wurde, das alte herrchen von dem hatte ihn auch gequält, das war sooo trauig!!! Ich magh aber das ende hier wo er am schluss [spoiler] noch einen anderen kappa findet^^

  • #2

    Anny (Samstag, 18 Juni 2016 13:25)

    Nette Analyse, auch wenn ich den Film schwächer in Erinnerung hatte. Die Umwelt Message war mir doch etwas zu stark raufgeklatscht, und die Synchro war auch irgendwie etwas mäßig, aber schön wenn er dir zugesagt hat

  • #3

    Murasaki (Samstag, 18 Juni 2016 13:25)

    Ich habe den Film vor einiger Zeit geschaut und mir hat er auch recht gut gefallen. Da ich aber allgemein ein großer Fan von mythologischen Wesen bin und Kappas besonders mag, musste ich Coo sowieso ins Herz schließen.