Animelyse: Die Ewigkeit die du dir wünschst

Story:

... äh... die solltet ihr kennen <.< Sorry, das ist keine Review für Leute die das noch nicht kennen, das ist eher was für Leute DIE DIE SERIE SCHON GESEHEN HABEN ^^ Ich Spoiler hier also wer es noch nicht gesehen hat und es sich nicht verderben will: Schaut es, kommt wieder und dann sagt was ihr davon haltet ^^

 

Also nochmal...

Interessant für diesen Anime war, und das habe ich wie immer später herausgefunden, die Tatsache das es auf einem Dating-Game basiert! Ehrlich gesagt macht für mich im nachhinein dann manches Sinn, doch von mir selbst aus wäre ich nicht darauf gekommen. War es nicht mal richtig interessant das SEX ganz simpel und ohne großes Tara ein Teil dieser Welt war?

Ich meine jetzt nicht auf einem Hentai-Level, doch irgendwie gefiel mir das der Aspekt von Sex so schlicht und realistisch in die Geschichte eingebaut wurde: Es wurde nicht verkrampft herumphantasiert, aber auch nicht alle zwei Minuten übereinander hergefallen. In so vielen Animeserien ist ja schon Händchenhalten und Küssen eine den Machern nach massiv erotische Komponente als würde man sich fürs Leben binden, da fand ich es ganz nett wie es eben hier dargestellt wurde: Als ein Teil der Beziehung, nicht der Höhepunkt der Geschichte oder eine göttliche Epiphanie, sondern nur als ein einfacher, erwachsener Aspekt des Zusammenseins. Das vermisse ich in Animes, wieso muss da erst eine Dating-Serie damit ankommen sowas glaubwürdig umzusetzen?

 

Apropop realistisch: Animefiguren können weiterleben OHNE ihren großen Berufstraum zu erfüllen?O_O HOLY FUCKING MOLY, seit wann das denn? Müssen nicht alle Pokemonmeister werden, die größte Klavierspielerin des Universums sein oder an Schule XY studieren? NEIN! Mitsuki wird nicht Olympiaschwimmerin! Auch im Finale der Geschichte sagt sie nicht plötzlich "Oh ich will das nochmal versuchen", nein sie muss diesen Traum eben ablegen und sich damit abfinden das er sich nicht erfüllt. Mir gefällt das! Also ähm nicht DAS sie scheitert sondern das ein Charakter mal sein Ziel NICHT erreicht und DENNOCH weiterleben kann! Wieviele von uns leben denn ihren Traumberuf aus? Einer von Hundert? Das ist eben das Leben, das ist die Realität, und das macht den Charme von "Die Ewigkeit die du dir wünschst" aus.

 

Dreieck der Liebe

Ich gehe mal etwas direkter auf die Geschichte ein, zu anfang gefiel mir immer der subtile Ton der Handlung: Als Haruka ihrem Schwarm Takayuki ihre Liebe gesteht merkt man eigentlich ohne das jemand es ausspricht das er nicht wirklich in sie verliebt ist, und ihre Liebe nicht erwidert.

Doch man konnte verstehen wieso er sich letztendlich doch dagegen entschied ihr einen Korb zu geben: Mitleid. Ich meine Haruka ist als Schülerin brutal naiv und sensibel, wie könnte man da ihr Herz brechen wollen? Ich persönlich denke Takayuki wird sich nur dazu bekannt haben mit ihr zu gehen um sie eben nicht zu verletzen, und verliebt sich erst im Laufe ihrer Bindung "wirklich" in sie, bzw. lässt er sich da auf eine ernsthafte Beziehung mit ihr ein. Das Mitsuki ebenso in ihn verknallt ist merkt man wiederrum sehr viel schneller durch die Verhaltensweisen, doch sie scheint ernsthaft für Haruka zurückstecken zu wollen, bis eben der Unfall passiert. 

 

Ich privat dachte übrigens wirklich das Haruka gestorben wäre am Ende der Episode, doch natürlich ist das Drama weitaus interessanter: Drei Jahre liegt sie im Koma, und inzwischen hatte sich wohl jeder (wenn auch insgeheim) damit abgefunden das Haruka sozusagen "tot" ist, nur um dann doch wieder zurückzukehren! Zu dumm das Takayuki und Mitsuki nun zusammen sind, wie geht man mit dieser Situation um?

Dank der Rückblicke erkennt man ja das Takayuki sich wirklich eine zeitlang immens gequält hatte, es ist also nicht so das er Haruka fünf Minuten nach dem Unfall abgeschrieben hätte, doch irgendwann hatte es Mitsuki geschafft ihn wieder aus diesem Loch des Selbstmitleides herauszuziehen und Beide begannen wirklich ihr Leben miteinander zu planen. Kann man einen der Zwei verurteilen? Nein! Sollten sie etwa ewig zurückstecken für eine Person die faktisch tot war? Der Anime macht die Frage nach der moralischen Verantwortung der Beziehung zum Kernthema der Figuren, und bleibt dabei allen Beteiligten gegenüber fair... meistens jedenfalls.

 

Kleine Macken

Der Anime war nicht perfekt, ich meine ich konnte oft oder sogar fast immer die Handlungen der Personen nachvollziehen: Takayuki fühlte sich Haruka gegenüber schuldig, Mitsuki wiederrum hatte schwere Probleme das ihre geplante Zukunft in Gefahr war und Haruka hatte natürlich keinerlei Schuld ins Koma gefallen zu sein. Einzig eine Stelle störte mich: In etwa der Mitte der Geschichte bittet Mitsuki Takayuki die kranke Haruka nicht mehr zu besuchen! Verständlich wenn man ihre Gefühlslage bedenkt, doch in diesem Augenblick kam sie etwas egoistisch und kaltherzig rüber, das hätte man vielleicht geschickter verpacken sollen. Es war allgemein auch etwas seltsam das sie Haruka nie wieder besuchte, klar hatte sie einen Anschiss von Harukas Schwester bekommen, doch woher sollte Haruka das wissen? Wieso erkundigte sie sich nie nach Mitsuki? Vielleicht sehe ich das auch zu eng, doch ein wenig störten mich diese Szenen.

Das Krankenhaus war auch ein wenig seltsam, wieso konnte eigentlich JEDER Abends doch irgendwie immer in das Krankenhaus?!? Was für eine Security haben die?! Oh und ganz klasse war auch die Ärztin, sie brachte ernsthaft das Klischee "Oh und die wichtigste Information über Haruka sage ich euch ZEHN SEKUNDEN BEVOR WIR IHRE TÜR AUFMACHEN" Im ernst, kurz bevor sie in ihr Zimmer gehen eröffnet sie den Beiden "Ach ja übrigens sie glaubt es sind nur drei Tage statt drei Jahre vergangen, lasst euch nichts anmerken!" TOLLES TIMING LADY XD 

 

Auch einige Nebenfiguren hatten seltsame Moralvorstellungen: Das Akane ihrer Schwester Haruka natürlich plötzlich SÄMTLICHE SCHOCKNACHRICHTEN auf einmal an den Kopf wirft fand ich zwar etwas melodramatisch, aber noch akzeptabel: Sie war wohl diejenige die sich am meisten für Haruka nochmal verrenkt hatte, die Alles für ihre kranke Schwester zurückstecken musste und das brach sicher in einem Vulkan aus Frust aus ihr herraus, aber wie war es mit Shinji, Takayukis besten Freund? Der schlief nicht nur in einem Moment der Schwäche mit Mitsuki, sondern schaffte es sogar noch IHREM FREUND deswegen Vorwürfe zu machen! Wow... er ist scheinbar ein Genie sowas durchzuziehen O_o

 

Große Emotionen

Richtig positiv fand ich hingegen die Comedyeinlagen rund um die beiden Kellnerinnen mit denen der Protagonist arbeitete.

Ich meine sie benahmen sich eher wie Geschwister und der Humor zündete bei mir irgendwie, wie kann so eine unfreundliche und agressive Dame nur Kellnerin werden? XD Diese kleinen Einlagen halfen das die Serie nicht nonstop emotional war, und so konnte man auch die dramatischen Momente noch einen Tick mehr würdigen. Takayuki war vielleicht etwas passiv gegenüber seiner Umgebung (vielleicht wurzelt das auch auf der Tatsache das der Anime auf einem Spiel basiert und man als Spieler der Geschichte gegenüber eher nur REagieren statt AGieren kann) doch letztendlich war ich schon froh das er sich für Miyuki entschieden hatte.

 

Man konnte Haruka echt bemitleiden, aber auch wenn es unfair war das sie ihren Freund verlor: Niemand hatte Schuld am Verlauf des Ganzen. Der Unfall "stahl" ihr drei Jahre ihres Lebens, und keiner kann den Lauf der Zeit aufhalten, so musste sie sich letztendlich wieder berappeln und fand die Kraft als Kinderbuchautorin. Ist euch die Symbolik aufgefallen das Haruka und Mitsuki nach ihrem Zeitsprung ihre Frisuren tauschten? Vielleicht ist das auch etwas symbolisch dafür das Mitsuki ihre Träume aufgab für die Liebe und das Haruka die Liebe aufgab um sich mehr selbst zu verwirklichen.

 

Fazit

Ein wirklich guter Anime! "Die Ewigkeit die du dir wünschst" ist nicht nur ein Werk das ohne übernatürliche und magische Elemente auskommt, nein noch besser: Es ist ein Liebesdrama das ohne billigen Kitsch auskommt! Hier werden nicht errötend Küsse angedeutet, hier werden "erwachsene" und menschliche Beziehungen nähergebracht und thematisiert. Klar hat die Geschichte kleinere Macken, doch letztendlich ist "Die Ewigkeit die du dir wünschst" ein Werk das die Liebe ziemlich glaubhaft darstellt: Nicht immer schön, nicht immer fair und nicht immer endlich, doch nachvollziehbar, mühsam und letztendlich doch wieder: Jeden Kampf wert.

 

 

Wie war eure Meinung zum Anime? Gut? Schlecht? Möh? Kommentare, Korrekturen und Kritik gerne gelesen ^^

 

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Kommentare: 1
  • #1

    dickerbabyengel (Dienstag, 14 Juni 2016 16:28)

    Noch nie gehört ganz ehrlich, aber dein Review ist ganz gut. Vielleicht kann ich mir die Serie mal reinziehn wenn es nicht zu viele Episoden hat.