Animelyse: Clannad

Story:

... äh... die solltet ihr kennen <.< Sorry, das ist keine Review für Leute die das noch nicht kennen, das ist eher was für Leute DIE DIE SERIE SCHON GESEHEN HABEN ^^ Ich Spoiler hier also wer es noch nicht gesehen hat und es sich nicht verderben will: Schaut es, kommt wieder und dann sagt was ihr davon haltet ^^

 

Also nochmal...

Clannad also. Ich wusste eigentlich nur das fast jeder der es gesehen hatte mir sagte das man Taschentücher bereithalten sollte, sonst war mir wenig über diesen Anime bekannt. Nach dem schauen dieser Staffel hier muss ich aber auch viele vergleiche zum Anime Die Ewigkeit die du dir wünschst ziehen: Beides sind romantische Slice of Life Animes die auf Videospielen basieren. Wobei ich mal unterscheiden muss: Beim Ersteren habe ich im Nachhinein begriffen das es auf einem Dating-Game basiert. Bei Clannad... da merkt man sofort die Videospiel-Herkunft der Serie, leider.

Jede Geschichte bei der sich Tomoya um eines der Mädchen "bemüht" (oder sich mit eben jener beschäftigt) wirkt absolut "isoliert" von der Welt: Wenn er z.B. Wunderkind Kotomi hilft dann behandelt die Serie nur ihn und Kotomi über 3-4 Episoden und so gut wie keine der anderen Charaktere taucht überhaupt mal auf oder wird involviert, dabei wäre eine Interaktion besser um eine lebendige Welt zu suggerieren. So wirkt es aber eher wie das "Kotomi-Level" die nach "ihrer" Episode auch so gut wie gar keine Rolle mehr spielt. Dieses Schema ist eine der Macken die Clannad leider öfter hat.

 

Seesterne & Teddybären

Da Clannad wie gesagt jede Geschichte deutlich voneinander trennt gehe ich schlicht mal Chonologisch vor: Fukos Geschichte war so ziemlich die Erste und ich muss sagen: Ja, ich mochte ihren Arc ^^

Die Geschichte ist zwar klar übersinnlich aber Fuko ist trotz des (animetypischen) kindlichen "Ich rede in der 3. Person"-Geplapper ziemlich sympatisch und die Idee das sie als "Geist" versucht eine Hochzeit zu fördern hatte etwas schönes. Das man sie nach einer Weile auch vergisst hatte etwas tragisch-dramatisches und letztendlich gab es auch eine art bittersüßes Happy End um die Hochzeit ihrer Schwester. Ich hätte mir nur mal gewünscht die "echte Fuko" mal im Krankenbett zu sehen, das wäre mein einziger Kritikpunkt. Schön ist das sie dennoch ja ab und an nochmal als kleine Nebenfigur in der Staffel auftauchte xD

 

Kotomis Geschichte wiederrum fand ich relativ dümmlich im direktvergleich: Ich finde es schon sehr strinrunzelnd das Tomoya mal eben eine Kindheitsfreundin vergisst, zumal Kotomi ja nun als Sonderling ziemlich denkwürdig ist. Ihre Geschichte selbst war auch eher unfreiwillig komisch: Ihre Eltern haben KEINE BAHNBRECHENDEN Entdeckungen gemacht aber hey: Sie bekam ihren Teddybären! Okay das ist irgendwie rührend, aber wäre die Entdeckung nicht irgendwie hilfreicher gewesen so für... die Welt an sich? ^^; Außerdem konnte man Fuko später in der Serie noch etwas "verbauen", aber Kotomi? Die war nach ihrer Geschichte nicht mehr als Hintergrundstatistin :(

 

Kirschblüten & Theaterwünsche

Es gab dann ja auch noch so nebenbei das Kapitel um die Superkämpferin Tomoyo (ich hasse den Namen da ich immer wieder TomoyA mit TomoyO vertausche >o<) und ihren Wunsch Schülersprecherin zu werden, das Ganze wurde auch noch etwas mit dem trotteligen Sunohara verbunden.

Hätten die Beiden nicht ein Paar werden können? Tomoyo war für mich das einzige Mädchen bei dem ich nichtmal 1000%tig sicher war das es etwas für den Hauptcharakter empfand, zumindest fand ich es viel lustiger wie der blonde Sunohara sich ihr immer gegenüber zum Affen machte (alleine mit einer Bowling Geste "Bring mir das frühstück ans Bett" zu rufen ist so herrlich blöde das ich nur noch lachen konnte XD)

 

Es gab ja noch eine OVA-Episode die eine alternative Romanze von TomoyO und TomoyA (nervt wirklich nur mich diese  Namensgleichheit? >.<) zeigte, die war an sich auch hübsch, aber das hätte man das auch mal mit Sunohara machen können. Klar ist er ein Depp, aber es wäre ja auch das allererste Mal das der Volldepp das süße Mädels in Animes bekommen würde huh? ~~

 

Und dann gab es ja auch noch den Plott um Hauptfigur Nagisa... hmpf, ich ziehe zwar den Shitstorm auf mich aber ich muss zugeben: Nagisa ist eine echt lausig geschrieben Figur.

Sie hat KEINERLEI Persönlichkeit! Was zeichnet sie aus? Oh ja sie ist schüchtern und mag Dangos, aber das war es auch! Selbst diese niedliche Idee das sie wenn sie nervös ist Dinge nennt die sie essen will ("Anpan") wird kurz nach den ersten Episoden NIE WIEDER ANGEWENDET! Nicht einmal als sie ihr Theaterstück aufführen will! DA WAR SIE ALSO NICHT NERVÖS? Irgendwie denke ich die Macher haben diesen Tick schlicht irgendwann vergessen, was Nagisa leider noch uninteressanter machte. Die Logik das sie in die Theater AG will um mehr Freunde zu bekommen wäre ja auch ganz nett gewesen... würde sie nicht ein EIN-PERSONEN STÜCK AUFFÜHREN, was zur Hölle ist das für eine Botschaft? "Oh ich Gründe einen Club damit ich der Solo-Star bin, ab in den Hintergrund Kameraden!" Damit wurde zwar das (verwirrende) Märchen um das Mädchen und den Roboter erklärt, aber Nagisa als Figur blieb doch schlicht ziemlich langweilig und uninteressant.

 

Die großen Lichtblicke

So durchwachsen einige der Geschichten waren, so hatte Clannad doch einige gute Aspekte, wie z.B. Tomoya als Hauptfigur: Er der immer mal bewusst Frech wurde oder alberne Mißverständnisse erzeugte war eine erfrischende Abwechslung zum sonstigen vertrottelnden Harem-Loser den man sonst kennt.

 

Allgemein konnte ich sehr oft in der Serie lachen, zumal der Humor manchmal einfach auch schlicht irgendwie "daneben" war. Als z.B. Tomoya eine Bitte von Sunoharas kleiner Schwester mißversteht erklärt er lauthals das INZEST irgendwie sexy ist, aber GAY-LOVE NICHT XD

Ich mochte beide Visionen alleine wegen der Absurdität, aber ich dachte auch (während ich ablachte) "Ernsthaft, INZEST ist anregend für dich? The Fuck is wrong with you? XD"

 

Großes Lob auch für Nagisas Eltern die irgendwie gut geschrieben wurden: Seltsamerweise konnte ich immer über den Running Gag der Brötchen grinsen, und das ist für einen Running Gag schon ziemlich beeindruckend.

Überhaupt waren sie ziemlich unterhaltsame Charaktere die gut in Nagisas Geschichte rund um die Theateraufführung passten. Es war für mich überraschend das diese aufopferungsvollen Leute ihr schwerkrankes Kind ernsthaft unbeaufsichtigt ließen, ABER das sie dafür später ihr KOMPLETTES LEBEN änderten war dann schon eine gute "Läuterung" in meinen Augen.

 

Auch die Romanze zwischen Tomoya und Nagisa war (wenn man von Nagisas blassen Charakter absah) teilweise so pfiffig geschrieben das ich schier beeindruckt war! O_O Ihre Beziehung entwickelt sich in Clannad sichtbar in Stufen: Als Nagisa bei einem Tennisspiel zusammenbricht existiert für den besorgten Tomoya nur noch Nagisa, und diese Erkenntnis ist für die anderen Mädchen so deutlich das sie allesamt in Tränen ausbrechen. Es war auch ziemlich rührend wie sich die Zwillinge gegenseitig trösteten da sie ja Beide in einem innerne Konflikt zueinander um Tomoya standen.

DANN erst ist es Tomoya der ein "Liebes-Spiel" der Bibliothekarin bewusst manipuliert: Das erste Mädchen das ihn anspreche wäre seine Seelenverwandte. Als er in diesem Moment Fuko bewusst so austrickst um doch von Nagisa angesprochen zu werden war der Moment als der Junge UNBEWUSST seine Liebe zu Nagisa begriff.

 

In der letzten Stufe dann verplappert sich Nagisa dank ihrem Vater bei einem Spiel im Park von wegen "sie hätte sich dank des Treffers neu in Tomoya verliebt" und DA ERST MERKEN ENDLICH BEIDE wie ihre Gefühle zueinander sind. Diese drei Stufen Charakterentwicklung waren echt subtil, glaubwürdig und verdammt romantisch inszeniert meiner Ansicht nach ^^

 

Fazit

Tja, was bleibt zu sagen? Einige der Geschichten wirken etwas unbeholfen oder doch stark unglaubwürdig, und außerdem wirken die Arcs immer immens voneinander abgetrennt, so entsteht selten ein Gefühl für eine glaubwürdige Welt. Doch vor allem die Comedy-Elemente und nicht zuletzt große Trümpfe beim Aufbau der Liebesbeziehung bringen Clannad in ein gutes Mittelfeld. Ich selber hatte doch immer wieder Spaß an der Staffel trotz einiger kleiner Schönheistfehler^^

 

Oder wie seht ihr das?

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    HotaruKiryu (Dienstag, 14 Juni 2016 15:03)

    Wenn ich so darüber nachdenke, war die erste Staffel sogar langweilig im Vergleich zur zweiten. Aber man muss eben erstmal eine Bindung zu den Charakteren aufbauen, was hier ganz gut möglich ist. Kotomi kann eigentlich ganz nett sein, aber mein Lieblingscharakter ist sie auch nicht. Fuko war aber wirklich toll, ich mag sie auch sehr. Bei Nagisa kann ich dich irgendwie verstehen, aber ... so einen Charakter gibt es irgendwie immer. Von daher ... Tomoyo mochte ich echt gern, aber mit Sunohara? Hm ... es ist nicht so, dass ich ihn nicht leiden kann, aber ich weiß nicht. Deine Taschentücher kannst du dir für After Story aufheben, da wirst du sie brauchen, glaub mir. Von allen Key Werken ist Clannad aber noch eines der stärksten, möchte ich meinen. Gutes Review. ^^