Animelyse: Akame ga Kill

Story:

... äh... die solltet ihr kennen <.< Sorry, das ist keine Review für Leute die das noch nicht kennen, das ist eher was für Leute DIE DIE SERIE SCHON GESEHEN HABEN ^^ Ich Spoiler hier also wer es noch nicht gesehen hat und es sich nicht verderben will: Schaut es, kommt wieder und dann sagt was ihr davon haltet ^^

 

Also nochmal...

Ich hatte keinen Schimmer was mich erwartet, aber nach längeren Slice of Life-Comedy-Moe-Animes dachte ich ein wenig Action täte mir gut, und das Coverbild von Akame ga Kill sah dementsprechend aus und... ja, definitiv erwachsene Action wurde mir hier geboten! ^^ Wobei naja... manchmal war es mir sogar ZU erwachsen (und ich bin keine zarte 17 mehr *ahö* ~~)

 

Alleine die allererste Folge: Der "Held" der Serie tötet mal eben ein Kind. Natürlich war es kein gewöhnliches Kind sondern so eine art Mini-Saw-Hitler-Folter-Gör, was zumindest überraschend war. Ich hatte ja so eine Vermutung das diese gutherzige Familie etwas verbirgt, doch ich muss gestehen das ich bis zur Auflösung unsicher war, da es wirklich keine Andeutungen bis dahin gab.

Doch die "Offenbahrungs-Szene" störte mich schon leicht: Es war natürlich kein Folterkeller, es war eine ganze FolterFABRIK mit sicher 20-30 Opfern, und natürlich nicht nur Folter sondern auch Vergiftungs-Experimente und ich Wette die haben sie sogar gezwungen "Berlin Tag und Nacht" zu sehen ~~ Gewalt und Schrecken zu zeigen ist ein Markenzeichen von Akame ga Kill, doch es musste immer ÜBER-Gewalt und MEGA-Schrecken sein, was mich manchmal irgendwie ermüdete, es musste sozusagen immer "eine Schippe draufgelegt" werden, was nach einer Weile kaum noch Effekt hatte.

 

Glücklicherweise sah man auch SEHR schnell vom albernen Ecchi-Fanservice ab. Nachdem Tatsumi irgendwelche Schurken mit dem Schwert zerhackt hat war es für mich wenig stimmig das er in Love-Hina-Comedyszenen stolperte.

Mich hätte nur interessiert ob der Mangaka das selber bemerkte oder die Macher des Animes schlicht nicht mehr die Zeit hatten solche Szenen einzubauen, ich war zumindest sehr froh das das spätestens ab Folge 4-5 so ziemlich komplett eingestellt wurde.

 

Schwarz-Weiß-Grau

Sehr unterhaltsam waren in diesem Anime natürlich die Bösewichter, weil es davon viele Variationen gab. Natürlich gab es die "Ich bin böse und fresse kleine Waisenkinder"-Bösewichter aber auch diverse Facetten anderer Schurken. Der böse Minister Honest (nebenbei: Ernsthaft Mangaka, such dir bessere Namen ~~) war so ein typisch schmieriger, arroganter Bastard das ich mich eigentlich schon darauf freute das er endlich sein Fett weg bekam.

Aber es gab auch einige Gegner von Night Raid die ziemlich viel Tiefe bekamen. Seryu als junge Kriegerin die die Welt psychotisch in "Gut und Böse" aufteilte und Diebe grinsend hinrichtete nur weil sie eben hungernd Brot stehlten war schon eine recht frische interpretation von "Krieger der Gerechtigkeit". Ich konnte ihr auch nicht komplett 100% böse sein da man ja auch irgendwie bedenken musste das JEDER den sie hatte von "Schurken" getötet wurde, ich schätze da war es nicht so einfach keinen Knacks zu bekommen. Auch der maskierte Bols war recht untypisch für einen Gegner.

Der Typ sah aus wie Jason Vorhees und war aber nicht nur ein Familienvater sondern im Prinzip ein netter Kerl. Dadurch hatte er tatsächlich manchmal gute Comedy-Momente, doch auch einen etwas bedauerlichen Tod am Ende.

 

Man muss ja auch mal die Grautöne der Serie loben: Als Tatsumi anfangs noch freudig erklärt das er glorreich als Rebell notwendige Morde begeht berichtigen ihn die anderen Mitstreiter sehr schnell: Sie sind Mörder, und egal was die Umstände sind, es kann nicht so einfach moralisch gerechtfertigt werden das man eben doch "nur" ein Assassine ist, was ziemlich nüchtern war.

 

Das "Kill" im Titel steht für "Töten"! O.O

Das wohl denkwürdigste in der Serie war wohl der Fakt das so gut wie alle Helden sterben. Für mich der zuvor noch "The Seven Deadly Sins" gesehen hatte, also ein Anime wo die Charaktere so ziemlich ALLES wegstecken können, war es fast schon ein unfassbarer Augenblick als die Brillenträgerin Sheele nach nur wenigen Episoden tatsächlich das Zeitliche segnete O_o;

Definitiv einer der Meilensteine von Akame Ga Kill da es schlicht absolut unvorhersehbar war... bis dahin zumindest. Das dannach dann nach und nach so ziemlich alle anderen Figuren sterben war dann schon wieder zuviel des Guten. Wo es in anderen Animes ermüdet das NIE einer der Hauptfiguren stirbt so war es hier nach einer Weile fast schon "absehbar" das Alle ins Gras beißen. Wo man bei Sheele noch staunt so hab ich bei den Toden von Leone oder Mine am Ende eher nur noch ermüdet geseufzt. Klar war es tragisch das sie starben, doch wenn wirklich ALLE Helden draufgehen dann fehlt einem auch nach einiger Zeit die Spannung. Serien die KEINEN Charakter sterben lassen sind da leider genauso vorhersehbar wie diejenigen die 95% der Figuren abschlachten, deswegen sind Animes die da einen "Spagat" schaffen wie z.B. Tengen Toppa Gurren Lagann viel denkwürdiger.

 

Überraschender war da wohl eher die komplizierte Beziehung von Tatsumi und der Oberschurkin Esdeath die sich tatsächlich vollkommen in ihn verliebte.

Ich glaube das war auch einer der wenigen Animes die ich je gesehen habe bei der im Finale A) Der Held ins Gras beißt und B) Die Schurkin sich mit ihm "vernichtet". Diese ganze Thematik hatte im Anime auch irgendwie nie richtig gezündet, Tatsumi war ja irgendwann wieder mal der Schwarm fast aller Mädels im Anime (was auch Klischeebedingt schwer nachvollziehbar war) und hatte irgendwie wohl am Ende eine engere Beziehung zu Mine... zumindest hatte er keine echte Liebesbeziehung zur Hauptheldin Akame, was ziemlich ungewöhnlich von der Storystruktur her war. Die aufgesetzte Comedy um die Liebesbeziehung zu einer nahezu emotionslosen Domina war allgemein sehr merkwürdig, und hätte man irgendwie ernster handhaben sollen meiner Meinung nach, Comedy und Massenmord passen irgendwie nicht.

 

Fazit

Tja... Akame ga Kill ist ein erfrischend "gnadenloser" Anime wo es wirklich keine halben Sachen gibt und es trotz der übermenschlichen Action relativ "erwachsen" zugeht. Der Macher des Manga hat einige der Klischees bewusst gebrochen und auch mal dreidimensionale "Bösewichter" und überraschende Tode eingebaut, obwohl er sich dabei ein-zweimal verheddert. Das ALLE Figuren sterben hat fast den ähnlichen Effekt als wenn KEINE verenden. Doch wenn man mal keine Happy Ends möchte und die Augen rollt wenn Helden über die Hälfte ihres Körpers regenerieren dann ist dieser Anime wirklich mal was Neues ^^

 

Oder denkt ihr nicht? 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    HotaruKiryu (Freitag, 10 März 2017 13:28)

    Aus irgendwelchen Gründen habe ich diesen Anime nie gesehen. Woran das genau liegt, kann ich tatsächlich auch nicht sagen. Irgendwas wird mich wohl gestört haben ... oder ich war zu sehr mit anderen Anime abgelenkt, das könnte es natürlich auch sein. Mein Interesse ist jetzt zumindest wieder da und mal schauen, ob ich mich noch einmal ran traue. Dein Review hat mir zumindest nochmal Laune gemacht, mal schauen ob ich das durchziehe. Gut, dass du mich quasi daran erinnert hast.

  • #2

    Sukumizu (Montag, 17 April 2017 16:46)

    Akame ga Kill ist schon ein cooler Anime gewesen, schade ist fande ich es um Sheele (sah doch Patchouli ähnlich) und um Mina (T_T) (Warum immer auf die Tsunderer). Kennst du auch die Mangavorlage, davon ob die über das Ende des Animes hinaus mit Akane?

  • #3

    Metal Dango (Mittwoch, 25 Juli 2018 15:28)

    Ja, da hast du wirklich Recht.

    Dass so unendlich viele drauf gehen fand ich wirklich schade, aber absehbar fand ich das jetzt nicht.
    Dass sogar Takumi drauf geht hat mich schon schockiert.

    Esdeath war wirklich stur mit allem.

    Beeindruckend wie alle so mit weniger Gliedmaßen weiterkämpfen konnten O.o

    Bei dem Tod des Ministers habe ich mich schon sehr gefreut, da es wirklich so eine Hassfigur war.
    Dennoch: yep, es lief alles sehr erwachsen ab, so als wäre aus einem Geschichtsbuch die Handlung verwendet und abgewandelt worden.

    Stimme deiner Meinung zu ^^